A7R – Die Diva mit dem Haarband

Meine eine bisherigen Erfahrungen zur Sony A7R

Als jahrelanger Canon Nutzer bin ich nach langem Überlegen und mit einem Umweg über Fuji bei Sony gelandet und zwar der Sony A7R

Sony hat mit der A7R ein kleines technisches Meisterwerk geschaffen, aber irgendwie ist der Body auch ein einziger großer Kompromiss. Wenn man bereit ist diese Kompromisse einzugehen wird man im Gegenzug mit einer fantastischen Bildqualität belohnt.

 


 

Zum einen ist toll das der Body so klein ist, aber Vollformat Objektive sind es halt nun mal nicht. Dadurch kann die Kamera (inkl. Objektiv) konstruktionsbedingt niemals so richtig kompakt werden. Als Beispiel, die Gesamtlänge der 6D bzw. A7R in Verbindung mit dem 17-40 sind identisch, heißt beides braucht fast gleich viel Platz in der Tasche. Das niedrige Gewicht der A7R merkt man beim Handling sowie im Rucksack aber schon deutlich.

 

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Durch die geringe Größe des Bodys können leider keine Akkus mit hoher Kapazität verbaut werden, dazu fehlt einfach der Platz und die Akku Laufzeit hält sich somit in Grenzen. Also immer Ersatzakkus mitnehmen. Ein Batteriegriff ist für mich keine Alternative, da ich eine kleine Kamera nicht künstlich grösser machen will, da wechsle ich dann lieber Akkus.

 


 

Klasse ist wiederum das man über den USB Anschluss der Kamera den Akku z.B. mit einer Powerbank unterwegs Laden kann. Das kann die 6D sowie die Fuji X-T10 nicht. Auch wird der Akku über den USB Anschluss erstaunlich schnell wieder voll. Inzwischen habe ich mit der A7R schon einige längere Touren unternommen und habe da Anfangs sicherheitshalber eine kleine Powerbank mitgenommen und während Wartezeiten bzw. auf dem Weg zu nächsten Spot damit den Akku wieder geladen. Das wäre also z.B. eine Möglichkeit wenn man mal ein paar Tage unterwegs wäre und dabei keine sonstige Lademöglichkeit hätte. Ansonsten komme ich bis jetzt mit zwei Akkus am Tag sehr gut zurecht.

Die Bedingung der A7R finde ich sehr angenehm und praktisch und weitgehend selbsterklärend, kommt nicht ganz an die der Fuji X-T10 ran, gefällt mir aber besser wie die der Canon 6D. Den Apps steh ich etwas kritisch gegenüber, da ich die Preise teilweise etwas überzogen finde. Einige der Funktionen die per App angeboten werden, gehören meiner Meinung nach einfach mit in die Firmware rein und Punkt!

An den Bedienelementen habe ich soweit nix auszusetzen, die Knöpfe und Drehräder sind für mich soweit sinnvoll belegt und lassen sich frei anpassen.

Durch das kleine Auflagemaß lassen sich alle möglichen Objektive von anderen Hersteller adaptieren, somit stehen mir meine ganzen Canon Objektive zur Verfügung, sowie der riesige Markt an gebrauchten Objektiven und alten Analogen.

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Im Vergleich zur Fuji x-T10 kann über die Adapter auch die Blende eingestellt werden, bei der Fuji geht das nicht. Somit ist man bei dieser auf komplett manuelle Objektive angewiesen. Das bedeutet meine vorhanden Canon EF Objektive lassen sich nur bei offen Blende nutzen. Es würde zwar dafür einen Weg geben, welcher aber in meinen Augen nicht praktikabel bzw. zu umständlich ist.

Die Brennweite und Blenden Werte werden durch die Adapter übertragen und in den EXIFs gespeichert, leider fehlt aber die Objektiv-Bezeichnung. Das wäre aber für die automatische Objektiv Korrektur in Lightroom hilfreich. So habe ich dafür Profile anlegen und muss diese manuell anwenden.

Den Autofokus kann man bei Verwendung eines Adapters zwar benutzen aber die Geschwindigkeit ist einer Frechheit. Bei Landschaftsfotografie stört das glücklicherweise nicht, da Fokussiere ich sowieso immer Manuell. Bei normaler Fotografie ist das Fokus-Peaking schon sehr genial und man findet den passenden Fokus, auch Manuell, sehr genau und schnell. Diese Funktion habe ich schon an der Canon 6D in Verbindung mit Magic Lantern schätzen gelehrt, leider nur auf dem Display. Jetzt bei der A7R natürlich auch im elektronischen Sucher. Inzwischen möchte ich die Vorteile eines Elektronischen Suchers nicht mehr missen, das hatte ich schon an der Fuji x-T10 geschätzt.

Da ich kein Sony Objektive habe kann ich noch nichts über die Geschwindigkeit des Autofokus mit diesen sagen. Denke aber, auch anhand diversen Internet berichte, das die Canon 6D da schon überlegen ist. Somit behaupte ich mal für Sport und andere Objekte die sich schnell und zufällig bewegen ist die A7R nicht wirklich geeignet.

Ein Problem das ich erst nicht glauben konnte, aber wohl auch bei anderen Herstellern Auftritt ist das der Objektiv Anschluss, nicht komplett Licht dicht ist. Das fällt vor allem bei Langzeitbelichtungen auf, da es dann zu Lichteinfall kommen kann. Keine Ahnung was sich die Konstrukteure dabei gedacht haben, wahrscheinlich einfach mal nix. Ok, das lässt sich bei der A7R mit einem Streifen Klebeband oder in meinem Fall mit einem Haarband beheben.

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Da Vollformat Objektive eigentlich zu groß für den A7R Body sind, muss man sich beim Arbeiten mit einem Stativ etwas umstellen. Das heißt hier hängt nicht das Objektiv an der Kamera, sondern die Kamera am Objektiv. Deswegen würde ich immer versuchen, die Objektive mit einer Objektivschelle auf dem Stativ zu befestigen bzw. bei Fremdobjektiven einen Adapter mit Stativ Anschluss zu verwenden. Dadurch ist das Objektiv fest auf dem Stativ und die Kamera hängt halt hintendran (die wiegt ja nix).

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Laut Internet soll es ein Problem mit dem Shutter geben, Google mal nach A7R Shuttershock. Das Problem konnte ich bis jetzt aber noch nicht beobachten, allerdings ist die Lautstärke des Shutters schon eine Frechheit.

Auch habe ich schon festgestellt dass die SW gelegentlich mal Hänger hat und auch bei SD-Karten ist sie etwas wählerisch. Wobei ich nicht ausschließen kann dass die Hänger eventuell durch den Objektiv Adapter ausgelöst werden.

Also alles in allem also eine kleine Diva.

 


 

So und warum legt man sich trotzdem diese nicht ganz perfekte A7R zu?

Ganz einfach, die A7R hat einen total abgefahrenen Vollformat Sensor mir einem Irren Dynamikbereich. Auch die schärfe der Bilder ist durch den fehlenden Tiefpassfilter unglaublich. Das Rauschverhalten in den normalen ISO Bereichen ist schon beeindruckende und wenn man die Bilder auf die Auflösung der 6D herunter rechnet, ist davon fast nichts zu sehen.

Inzwischen sind auf dem Gebrauchtmarkt neuwertige Modelle, zu einem annehmbaren Preis, zu finden und wenn man sowieso schon Vollformat Objektive zur Verfügung hat ist es so ein recht einfacher und günstiger Weg zu einer Kamera mit tollem Sensor zu kommen.

Aber warum nicht den Nachfolger die A7R II? Ganz einfach, ich finde die zu teuer!

Alternativ wäre noch die Nikon 810, aber auch da für mich viel zu teuer und ich bräuchte als Canon User neue Objektive. Bei der Sony kann ich per Adapter meine Canon Objektive weiter nutzen.

Fazit: Für Landschafts-Fotografen und Fotografen die entschleunigt Fotografieren und dabei eine maximal mögliche Bildqualität zu einem akzeptablen Preis haben wollen, ist die Sony A7R ohne weiteres zu Empfehlen. Und das obwohl die Kamera jetzt (2016) auch schon zwei Jahre auf dem Buckel hat, ist der Sensor meiner Meinung immer noch ganz vorne mit dabei.

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Und hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass die A7R ein Klappdisplay hat? Ich kann bis heute nicht verstehen warum sich Canon so dagegen sträubt in ihre Vollformat Modelle einen solchen einzubauen.

 


 

Und warum habe ich eigentlich die Fuji x-T10 wieder verkauft, obwohl ich die Kamera von der Bedingung und Optik sowie auch dem Dynamik Bereich des kleine ASPC Sensor für einer der besten Kameras, die zurzeit am Markt sind, halte.

Ganz einfach ich konnte mich nicht an den X-Trans Sensor gewöhnen. In der 100% Ansicht ist mir zu oft das Muster des Sensors ins Auge gestochen. Auch kann man mit den aktuell für Windows verfügbaren RAW Entwickler nicht das volle Potenzial aus dem Sensor herausholen, ich habe alle ausprobiert und keiner konnte in allen Bereichen Punkten. Ansonsten ist es wirklich eine super Kamera, vor allem wenn man auf Bearbeitung der RAWs verzichtet und die jpg aus der Kamera nutzt und sich die Bilder nicht bei 100% anschaut 😉 Nur irgendwann sah ich das Muster des X-Trans Sensor überall und es störte einfach nur noch. Bei Portraits bzw. Architekturen Bilder fällt das gar nicht auf, die Bilder sind alle genial geworden, aber bei Landschaften hat man immer Objekte im Bild bei denen man es verstärkt sieht.

Ein Beitrag zum Bildvergleich A7R vs Canon 6D kommt auch noch.

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